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Folge 1 A1–B2 24 Min.

Wie spricht man über seine Zukunftspläne?

Was machst du am Wochenende? Und wo siehst du dich in fünf Jahren? In dieser Folge sprechen Jana und Tobi ganz entspannt über Pläne, Wünsche und Träume, von kleinen Plänen für morgen bis zu großen Lebenszielen. Du lernst, wie Deutsche im Alltag über die Zukunft sprechen: mit einfachen Sätzen für Anfänger (A1–A2) und natürlichen Ausdrücken für Fortgeschrittene (B1–B2) wie „Ich habe vor …“, „Ich spiele mit dem Gedanken …“ und „Mal sehen“.

Video abspielen · Folge 1 · 24 Min.

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Transkript

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● Jana● Tobi

Teil 1: Herzlich willkommen

Intro-Musik, fröhlich, wird nach ein paar Sekunden leiser

Jana: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast! Schön, dass du da bist. Ich bin Jana.

Tobi: Und ich bin Tobi. Hallo zusammen!

Jana: Hier lernst du jede Woche Deutsch, und zwar so, wie wir wirklich sprechen. Nicht wie im Lehrbuch, sondern wie im Alltag.

Tobi: Genau. Also mach es dir bequem, hol dir vielleicht einen Kaffee oder einen Tee …

Jana: … oder hör uns einfach beim Joggen zu. Das geht auch!

Tobi: [freundliches Lachen] Das geht auch, ja.

Jana: Heute haben wir ein Thema, das wirklich jeder kennt. Es geht um die Zukunft. Genauer gesagt: Wie spricht man auf Deutsch über seine Zukunftspläne?

Tobi: Also über Fragen wie: Was machst du morgen? Was hast du am Wochenende vor? Und vielleicht auch die große Frage: Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Jana: Genau. Wir fangen ganz einfach an, mit kleinen Plänen für morgen. Dann werden die Sätze langsam länger und ein bisschen schwieriger. Am Ende kannst du über Wünsche, Ziele und Träume sprechen.

Tobi: Und danach gibt es wie immer nützliche Ausdrücke, ein bisschen Grammatik, Sätze zum Nachsprechen und ein kleines Quiz.

Jana: Also: Hör gut zu, sprich mit, und keine Sorge, wenn du nicht jedes Wort verstehst. Das ist ganz normal.

kurze Pause

Teil 2: Wir steigen ins Thema ein

Tobi: Jana, ich muss dir was erzählen. Letzten Sonntag war ich bei meiner Schwester. Und mein Neffe, der ist sieben, fragt mich ganz ernst: „Onkel Tobi, was willst du werden, wenn du groß bist?“

Jana: [lacht] Oh nein! Und was hast du gesagt?

Tobi: Ich hab gesagt: „Ich bin doch schon groß!“ Und er so: „Ja, aber du hast ja noch keinen richtigen Plan.“

Jana: Autsch. Kinder sind so ehrlich.

Tobi: Total. Aber ehrlich gesagt hat er ein bisschen recht. Ich hab danach lange darüber nachgedacht. Habe ich eigentlich Pläne für die Zukunft?

Jana: Ich glaube, jeder hat Pläne. Manche sind klein, manche sind groß. Zum Beispiel: Heute Abend koche ich Nudeln. Das ist auch ein Plan!

Tobi: [lacht] Stimmt, ein sehr guter Plan sogar.

Jana: Und genau das ist unser Thema heute. In Deutschland fragen Leute ziemlich oft nach Plänen. Am Freitag im Büro hörst du zum Beispiel ganz sicher: „Und, was hast du am Wochenende vor?“

Tobi: Oh ja. Das ist so eine typische Frage. Beim Bäcker, bei der Arbeit, im Sprachkurs …

Jana: Und im Bewerbungsgespräch kommt dann die große Frage: „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“

Tobi: Die Frage, vor der alle Angst haben.

Jana: [freundliches Lachen] Keine Angst, dazu kommen wir später. Fangen wir klein an.

Teil 3: Das Hauptgespräch

Kleine Pläne: morgen und am Wochenende

Jana: Also, Tobi, ganz einfach: Was machst du morgen?

Tobi: Morgen arbeite ich bis vier Uhr. Danach gehe ich einkaufen. Und am Abend treffe ich einen Freund.

Jana: Sehr schön. Hast du es gemerkt? Tobi spricht über morgen, also über die Zukunft. Aber er sagt: „Morgen arbeite ich.“ Nicht „ich werde arbeiten“.

Tobi: Ja, das ist im Deutschen ganz normal, oder? Wir benutzen oft einfach das Präsens.

Jana: Genau. Wenn ein Zeitwort im Satz ist, also „morgen“, „am Wochenende“, „nächste Woche“, dann ist klar: Das ist die Zukunft. Dann reicht das Präsens.

Tobi: Also: „Am Samstag besuche ich meine Eltern.“ „Nächste Woche fahre ich nach Köln.“

Jana: Perfekt. Und du, was machst du am Wochenende?

Tobi: Hm, am Samstag schlafe ich lange. Das ist mein wichtigster Plan.

Jana: [lacht] Sehr wichtig.

Tobi: Und am Sonntag gehe ich vielleicht wandern. Wenn das Wetter gut ist.

Jana: „Vielleicht“, das ist ein super Wort für Pläne. Denn viele Pläne sind ja noch nicht sicher.

Tobi: Ja, und es gibt verschiedene Stufen, oder? „Vielleicht“, „wahrscheinlich“, „auf jeden Fall“ …

Jana: Genau! Wenn du sicher bist, sagst du: „Am Sonntag gehe ich auf jeden Fall wandern.“ Wenn du ziemlich sicher bist: „Wahrscheinlich gehe ich wandern.“ Und wenn du keine Ahnung hast …

Tobi: … sage ich: „Mal sehen.“

Jana: [lacht] Ja! „Mal sehen“ ist wahrscheinlich der beliebteste Ausdruck in Deutschland, wenn es um Pläne geht.

Tobi: Das stimmt. Meine Mutter fragt mich jedes Jahr im Oktober: „Kommst du an Weihnachten?“ Und ich sage: „Mal sehen.“

Jana: Und sie ist dann bestimmt sehr glücklich.

Tobi: Nicht so richtig. [lacht] Aber am Ende komme ich natürlich immer.

Pläne mit „möchte“ und „Ich habe vor …“

Jana: Okay, jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Wenn du sagen willst, was du gern machen willst, dann brauchst du „möchte“ oder „will“.

Tobi: Zum Beispiel: „Ich möchte nächstes Jahr nach Italien fahren.“

Jana: Genau. Oder: „Ich will mehr Sport machen.“ „Will“ klingt ein bisschen stärker, ein bisschen entschlossener. „Möchte“ ist weicher und höflicher.

Tobi: Und dann gibt es noch einen Ausdruck, den ich im Alltag ständig höre: „Ich habe vor, …“ oder kurz: „Ich hab vor …“

Jana: Ja, „vorhaben“ ist ein Super-Verb. Das heißt einfach: etwas planen. „Was hast du vor?“ heißt: „Was planst du?“

Tobi: Und man kann es auf zwei Arten benutzen, oder? Einmal kurz: „Ich hab am Samstag was vor.“ Und einmal mit „zu“: „Ich habe vor, im Sommer einen Segelkurs zu machen.“

Jana: Moment mal. Einen Segelkurs? Davon wusste ich ja gar nichts!

Tobi: [lacht] Das war nur ein Beispiel. Aber eigentlich … warum nicht?

Jana: Siehst du, jetzt hast du schon einen Plan! Dein Neffe wird stolz auf dich sein.

Tobi: Und wie ist es bei dir, Jana? Was hast du dieses Jahr noch vor?

Jana: Hm. Also, ich habe vor, im Dezember endlich meine Wohnung zu renovieren. Das Wohnzimmer bekommt eine neue Farbe.

Tobi: Welche Farbe denn?

Jana: Das weiß ich noch nicht. Vielleicht Grün. Mein Freund findet Grün schrecklich, also … mal sehen.

Tobi: [lacht] Da ist es wieder: „Mal sehen!“

Neujahrsvorsätze, oder: Pläne, die nicht funktionieren

Jana: Weißt du, woran ich bei Plänen immer denke? An Silvester.

Tobi: Ah, die guten Vorsätze!

Jana: Genau. Für alle, die das Wort nicht kennen: Ein Vorsatz ist ein Plan, den man sich fest vornimmt. Meistens etwas, das man besser machen will. Und an Silvester, also am 31. Dezember, machen viele Leute Neujahrsvorsätze.

Tobi: „Ab Januar esse ich keine Schokolade mehr.“ „Ab Januar gehe ich dreimal pro Woche ins Fitnessstudio.“

Jana: Und? Hast du so was schon mal gemacht?

Tobi: Jedes Jahr. [lacht] Letztes Jahr hatte ich mir vorgenommen, jeden Morgen um sechs Uhr aufzustehen und joggen zu gehen.

Jana: Und wie lange hat das funktioniert?

Tobi: Genau vier Tage. Am fünften Tag hat es geregnet, und ich hab gedacht: „Okay, ab Montag fange ich wieder an.“

Jana: Und dann?

Tobi: Dann kam nie wieder ein Montag. Also, es kamen schon Montage, aber ich bin nicht aufgestanden.

Jana: [freundliches Lachen] Das kenne ich so gut. Aber hast du gehört, was Tobi gesagt hat? „Ich hatte mir vorgenommen …“ Das ist ein sehr nützliches Verb: sich etwas vornehmen.

Tobi: Das ist ein bisschen stärker als „vorhaben“, oder?

Jana: Ja, genau. Wenn du dir etwas vornimmst, dann ist das wie ein kleines Versprechen an dich selbst. „Ich habe mir vorgenommen, mehr Deutsch zu sprechen.“ Das klingt richtig entschlossen.

Tobi: Das ist doch ein perfekter Vorsatz für unsere Hörerinnen und Hörer!

Jana: Absolut. Und ehrlich gesagt ist er auch leichter als joggen um sechs Uhr morgens.

Wenn wir noch nicht sicher sind

Tobi: Weißt du, was ich manchmal schwierig finde? Wenn ich über einen Plan spreche, der noch gar nicht richtig fertig ist. So eine Idee im Kopf.

Jana: Dafür gibt es einen wunderschönen Ausdruck: „Ich spiele mit dem Gedanken, …“

Tobi: Oh ja, den mag ich. Das heißt, ich denke darüber nach, aber ich habe mich noch nicht entschieden.

Jana: Genau. Zum Beispiel: „Ich spiele mit dem Gedanken, mir einen Hund zu holen.“ Du willst es vielleicht, aber du bist noch nicht ganz sicher.

Tobi: Dann mache ich mal ein echtes Beispiel. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, den Job zu wechseln.

Jana: Wirklich? Das ist ja spannend. Erzähl mal!

Tobi: Na ja, ich arbeite jetzt seit sechs Jahren in derselben Firma. Die Kollegen sind nett, das Gehalt ist okay. Aber irgendwie mache ich jeden Tag das Gleiche. Und ich hab das Gefühl, dass ich nichts Neues mehr lerne.

Jana: Das verstehe ich gut. Und was würdest du gern machen?

Tobi: Ich würde gern mehr mit Menschen arbeiten. Vielleicht im Bereich Weiterbildung. Also, Leuten etwas beibringen.

Jana: Da sind wir bei einer wichtigen Struktur: „Ich würde gern …“ Damit sprichst du über Wünsche. Nicht über feste Pläne, sondern über Dinge, die du dir wünschst.

Tobi: Also: „Ich würde gern im Ausland leben.“ „Ich würde gern ein Buch schreiben.“

Jana: Genau. Und das klingt viel natürlicher als „Ich will ein Buch schreiben“, wenn es noch ein Traum ist.

Tobi: Aber Jana, es gibt da ein kleines Problem. Um in dem Bereich zu arbeiten, muss ich wahrscheinlich selbst noch eine Fortbildung machen. Das kostet Zeit und Geld.

Jana: Und dann kommt ein Satz, den man in Deutschland sehr oft hört: „Es kommt darauf an.“

Tobi: [lacht] Die typisch deutsche Antwort auf alles.

Jana: Ja, aber sie ist ehrlich! Du kannst zum Beispiel sagen: „Ob ich den Job wechsle, kommt darauf an, ob ich eine gute Stelle finde.“

Tobi: Oh, das ist ein schöner langer Satz. Mit „ob“ und dem Verb am Ende.

Jana: Genau. Und noch etwas Wichtiges: „Wenn alles klappt“. „Klappen“ heißt funktionieren, gut gehen. „Wenn alles klappt, fange ich im Frühling eine Fortbildung an.“

Tobi: Das gefällt mir. „Wenn alles klappt“ klingt positiv, aber auch ein bisschen vorsichtig.

Jana: Und man hört es wirklich überall. Am Telefon, bei der Arbeit, in der Familie. „Wenn alles klappt, sind wir um acht da.“

Tobi: Und wenn es nicht klappt?

Jana: Dann sagt man: „Hat leider nicht geklappt.“ Und macht einen neuen Plan. [lacht]

Die große Frage: Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Tobi: Okay, jetzt wird es ernst. Ich bin im Bewerbungsgespräch. Die Chefin schaut mich an und fragt: „Herr Becker, wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“

Jana: Und? Was antwortest du?

Tobi: Im Urlaub?

Jana: [freundliches Lachen] Bitte nicht! Also, ganz ehrlich, das ist eine Frage, die viele Leute nervös macht. Aber man kann sie gut vorbereiten.

Tobi: Was sagt man denn da am besten?

Jana: Zuerst: Hier sprechen wir mit „Sie“, also formell. Und dann zeigst du, dass du Ziele hast, aber flexibel bist. Zum Beispiel: „In fünf Jahren möchte ich mehr Verantwortung übernehmen. Langfristig strebe ich eine Position im Projektmanagement an.“

Tobi: „Ich strebe etwas an“, das klingt sehr professionell.

Jana: Das ist auch eher B2-Sprache. Im Alltag sagst du das kaum. Aber im Beruf ist es super. „Etwas anstreben“ bedeutet: ein Ziel haben und daran arbeiten.

Tobi: Und „langfristig“? Das heißt, nicht morgen oder nächste Woche, sondern in ein paar Jahren.

Jana: Genau. Das Gegenteil ist „kurzfristig“. „Kurzfristig möchte ich mein Deutsch verbessern. Langfristig möchte ich in Deutschland studieren.“

Tobi: Und hier kann man auch das Futur benutzen, oder? „Ich werde …“

Jana: Ja, „werden“ plus Infinitiv. Das benutzt man oft, wenn man etwas sehr sicher sagen will, wie ein Versprechen. Oder wenn man eine Vermutung hat.

Tobi: Also zum Beispiel: „Ich werde mein Bestes geben.“

Jana: Perfekt, ein klassischer Satz im Vorstellungsgespräch. Oder eine Vermutung: „Morgen wird es regnen.“ Oder: „Das wird schon klappen!“

Tobi: Oh, „Das wird schon“ sagt meine Oma immer. Egal was passiert.

Jana: [lacht] Das ist eine sehr deutsche Art, jemandem Mut zu machen. „Keine Sorge, das wird schon.“

Große Träume und kleine Schritte

Tobi: Jana, darf ich dich jetzt mal was Persönliches fragen?

Jana: Klar, frag ruhig.

Tobi: Hast du einen großen Traum? So einen Plan, über den du vielleicht nicht so oft sprichst?

Jana: Hm. [kurze Pause] Ja, eigentlich schon. Ich würde gern irgendwann für ein Jahr in Kanada leben. In einer kleinen Stadt am Meer.

Tobi: Wow. Warum gerade Kanada?

Jana: Als ich zwanzig war, habe ich dort drei Wochen Urlaub gemacht. Und seitdem lässt mich der Gedanke nicht los. Die Natur, die Ruhe, die freundlichen Menschen …

Tobi: Und warum machst du es nicht einfach?

Jana: Tja. Gute Frage. Ich glaube, viele Menschen haben solche Träume, aber sie schieben sie immer weiter auf. „Irgendwann mache ich das.“ „Wenn ich mehr Geld habe.“ „Wenn die Kinder groß sind.“

Tobi: „Etwas aufschieben“, das heißt, man macht es später und später …

Jana: Genau. Und ich habe gemerkt: Ein großer Traum braucht kleine Schritte. Deshalb habe ich mir dieses Jahr vorgenommen, jeden Monat ein bisschen Geld zu sparen. Nur für Kanada.

Tobi: Das finde ich richtig gut. Also nicht nur träumen, sondern einen Plan machen.

Jana: Genau. Ich sage nicht mehr: „Irgendwann mache ich das vielleicht.“ Ich sage: „In drei Jahren fliege ich nach Kanada. Wenn alles klappt.“

Tobi: [lacht] „Wenn alles klappt“ musste natürlich noch rein.

Jana: Natürlich! Ich bin ja nicht verrückt.

Tobi: Weißt du, das hat mich gerade inspiriert. Ich glaube, ich mache das mit meinem Job auch so. Ich schreibe mir bis Ende des Monats auf, was ich wirklich will. Und dann suche ich nach Fortbildungen.

Jana: Siehst du? Jetzt hast du einen echten Plan. Mit Datum!

Tobi: Und mein Neffe kann ruhig wieder fragen. Diesmal habe ich eine Antwort.

Wenn man keine Pläne machen will

Jana: Aber weißt du, Tobi, ich will auch noch etwas anderes sagen. Nicht jeder Mensch liebt Pläne. Und das ist völlig in Ordnung.

Tobi: Stimmt. Mein bester Freund zum Beispiel plant gar nichts. Wenn ich ihn frage: „Was machst du nächstes Jahr?“, sagt er: „Keine Ahnung. Ich lasse es auf mich zukommen.“

Jana: Oh, das ist ein schöner Ausdruck für unsere B2-Hörer: „Ich lasse es auf mich zukommen.“ Das heißt: Ich plane nicht, ich warte ab, was passiert, und reagiere dann.

Tobi: Er ist auch immer total entspannt. Ich bin ein bisschen neidisch.

Jana: Ich glaube, die Mischung macht's. Ein paar Pläne, ein paar Träume und ein bisschen Platz für Überraschungen.

Tobi: Schön gesagt. Das schreibe ich mir auf.

kurze Pause

Teil 4: Nützliche Ausdrücke

Jana: So, jetzt schauen wir uns die wichtigsten Ausdrücke aus unserem Gespräch noch mal an. Du findest die komplette Liste auch in der Videobeschreibung.

Tobi: Fangen wir einfach an: „Was hast du vor?“ Das ist die Frage nach deinen Plänen. „Was hast du am Wochenende vor?“

Jana: Dann „Mal sehen.“ Das sagst du, wenn du noch nicht weißt, was passiert. „Kommst du morgen?“ „Mal sehen.“

Tobi: „Ich habe vor, … zu …“ Damit sagst du, was du planst. „Ich habe vor, nächstes Jahr umzuziehen.“

Jana: „Sich etwas vornehmen.“ Ein fester Plan, wie ein Versprechen an dich selbst. „Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag zehn Minuten Deutsch zu lernen.“

Tobi: „Ich spiele mit dem Gedanken, …“ Du denkst über eine Idee nach. „Ich spiele mit dem Gedanken, ein Auto zu kaufen.“

Jana: „Wenn alles klappt.“ Also: wenn alles gut geht. „Wenn alles klappt, mache ich im Mai die Prüfung.“

Tobi: „Es kommt darauf an.“ Die Antwort hängt von etwas ab. „Ob wir grillen, kommt aufs Wetter an.“

Jana: „Langfristig“ und „kurzfristig“. Das heißt: für eine lange Zeit oder für eine kurze Zeit.

Tobi: Und für B2: „etwas anstreben“ und „Ich lasse es auf mich zukommen“.

Jana: Und natürlich: „Das wird schon!“ Für alle Momente, in denen jemand ein bisschen Mut braucht.

Teil 5: Ein bisschen Grammatik

Tobi: Jetzt kommt die Grammatik. Aber keine Angst, ganz kurz und praktisch.

Jana: Erstens: Über die Zukunft sprechen wir im Deutschen sehr oft mit dem Präsens. Du brauchst nur eine Zeitangabe. „Morgen arbeite ich.“ „Am Freitag fliege ich nach Wien.“

Tobi: Und Achtung: Wenn die Zeitangabe am Anfang steht, kommt das Verb auf Position zwei. Also nicht „Morgen ich arbeite“, sondern „Morgen arbeite ich.“

Jana: Sehr wichtig! Zweitens: das Futur mit „werden“. „Ich werde mein Bestes geben.“ Das benutzt du für Versprechen, für sichere Aussagen und für Vermutungen. Das zweite Verb steht im Infinitiv ganz am Ende.

Tobi: Und drittens: Wünsche mit „würde gern“. „Ich würde gern in Kanada leben.“ Auch hier: Das zweite Verb steht am Ende.

Jana: Ein typischer Fehler ist: „Ich würde gern leben in Kanada.“ Richtig ist: „Ich würde gern in Kanada leben.“ Das Verb wartet bis zum Schluss.

Tobi: Das Verb ist eben geduldig. [lacht]

Teil 6: Nachsprechen und üben

Jana: Jetzt bist du dran! Ich sage einen Satz, und du sprichst ihn laut nach. Ganz laut, auch wenn du im Bus sitzt.

Tobi: [lacht] Vielleicht nicht ganz so laut im Bus.

Jana: Okay, okay. Satz eins: „Was hast du am Wochenende vor?“

Pause zum Nachsprechen

Tobi: Satz zwei: „Am Samstag besuche ich meine Freunde.“

Pause zum Nachsprechen

Jana: Satz drei: „Ich habe vor, nächstes Jahr einen Deutschkurs zu machen.“

Pause zum Nachsprechen

Tobi: Satz vier: „Ich spiele mit dem Gedanken, nach Berlin zu ziehen.“

Pause zum Nachsprechen

Jana: Und Satz fünf: „Wenn alles klappt, finde ich bald einen neuen Job.“

Pause zum Nachsprechen

Tobi: Super! Und jetzt ein paar Fragen an dich. Antworte laut, in ganzen Sätzen. Frage eins: Was machst du morgen?

Pause zum Antworten

Jana: Frage zwei: Was hast du am Wochenende vor?

Pause zum Antworten

Tobi: Frage drei: Hast du einen Neujahrsvorsatz? Hat er geklappt?

Pause zum Antworten

Jana: Frage vier: Was würdest du gern in deinem Leben noch machen?

Pause zum Antworten

Tobi: Und Frage fünf: Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Pause zum Antworten

Jana: Wenn du noch Anfänger bist, helfen dir diese Satzanfänge: „Morgen …“, „Ich möchte …“ und „Ich würde gern …“.

Tobi: Ein kleines Rollenspiel findest du in der Beschreibung. Probier es mit einem Freund oder einer Freundin aus!

Teil 7: Mini-Quiz

Jana: Und jetzt: unser Mini-Quiz! Fünf Fragen zur Folge. Hör gut zu.

Tobi: Frage eins: Wer hat Tobi gefragt, was er werden will? A: seine Mutter, B: sein Neffe, C: seine Chefin.

kurze Pause

Jana: Frage zwei: Wie lange hat Tobis Vorsatz mit dem Joggen funktioniert? A: vier Tage, B: vier Wochen, C: ein ganzes Jahr.

kurze Pause

Tobi: Frage drei: In welchem Land möchte Jana gern ein Jahr leben? A: in Italien, B: in Österreich, C: in Kanada.

kurze Pause

Jana: Frage vier: Was bedeutet „Ich spiele mit dem Gedanken“? A: Ich habe mich schon entschieden. B: Ich denke über eine Idee nach. C: Ich mache ein Spiel.

kurze Pause

Tobi: Und Frage fünf: Welcher Satz ist richtig? A: „Morgen ich gehe einkaufen.“ B: „Morgen gehe ich einkaufen.“ C: „Morgen einkaufen gehe ich.“

kurze Pause

Teil 8: Zum Schluss

Jana: Und hier sind die Antworten! Frage eins: B, sein Neffe. Frage zwei: A, nur vier Tage.

Tobi: Leider. [lacht] Frage drei: C, Kanada. Frage vier: B, ich denke über eine Idee nach. Und Frage fünf: B, „Morgen gehe ich einkaufen.“

Jana: Wie viele hattest du richtig? Schreib es uns gern in die Kommentare!

Tobi: So, Jana, das war's schon wieder. Was nehmen wir heute mit?

Jana: Für kleine Pläne reicht oft das Präsens: „Morgen arbeite ich.“ Für Pläne sagen wir gern: „Ich habe vor …“ oder „Ich habe mir vorgenommen …“. Für Ideen: „Ich spiele mit dem Gedanken …“. Für Wünsche: „Ich würde gern …“.

Tobi: Und wenn wir nicht sicher sind: „Mal sehen“, „Es kommt darauf an“ und „Wenn alles klappt“.

Jana: Perfekt zusammengefasst. Und jetzt eine kleine Hausaufgabe: Sprich jeden Tag ein bisschen Deutsch. Auch nur fünf Minuten. Erzähl dir selbst morgens, was du heute vorhast. Auf Deutsch!

Tobi: Und schreib uns in die Kommentare einen Satz über deine Zukunftspläne. Zum Beispiel: „Ich habe vor, …“ oder „Ich würde gern …“. Wir lesen alles!

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Tobi: Und ich gehe jetzt nach Hause und schreibe meinen Plan auf. Versprochen.

Jana: [lacht] Wir werden dich daran erinnern! Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Tobi: Tschüss! Bis bald!

Musik blendet langsam aus

Wortschatz

Ausdruck Erklärung Beispiel Englisch
Was hast du vor? Frage nach den Plänen einer Person. Was hast du am Wochenende vor? What are you planning to do at the weekend?
etwas vorhaben etwas planen Ich habe vor, im Sommer nach Spanien zu fahren. I'm planning to go to Spain in the summer.
Mal sehen. Ich weiß es noch nicht, wir werden sehen. „Kommst du zur Party?“ – „Mal sehen.“ "Are you coming to the party?" – "We'll see."
sich etwas vornehmen einen festen Plan machen, wie ein Versprechen an sich selbst Ich habe mir vorgenommen, weniger Zucker zu essen. I've resolved to eat less sugar.
der (Neujahrs-)Vorsatz ein Plan, etwas besser zu machen (oft an Silvester) Mein Vorsatz für dieses Jahr: mehr lesen. My resolution for this year: read more.
mit dem Gedanken spielen, … zu … über eine Idee nachdenken, aber noch nicht entschieden sein Ich spiele mit dem Gedanken, nach Hamburg zu ziehen. I'm toying with the idea of moving to Hamburg.
Ich würde gern … ein Wunsch, ein Traum Ich würde gern besser kochen können. I would like to be able to cook better.
Wenn alles klappt, … wenn alles gut geht und funktioniert Wenn alles klappt, bin ich um sieben Uhr da. If everything works out, I'll be there at seven.
Es kommt darauf an. Die Antwort hängt von etwas anderem ab. Ob wir grillen, kommt aufs Wetter an. Whether we barbecue depends on the weather.
auf jeden Fall ganz sicher, hundert Prozent Am Samstag komme ich auf jeden Fall. I'll definitely come on Saturday.
langfristig / kurzfristig für eine lange / kurze Zeit Langfristig möchte ich in Deutschland arbeiten. In the long term, I'd like to work in Germany.
etwas anstreben ein Ziel haben und daran arbeiten (formell) Ich strebe eine Stelle im Marketing an. I'm aiming for a position in marketing.
etwas aufschieben etwas immer später machen Ich schiebe den Arzttermin schon seit Wochen auf. I've been putting off the doctor's appointment for weeks.
Ich lasse es auf mich zukommen. Ich plane nicht, ich warte ab, was passiert. Was nach dem Studium kommt? Ich lasse es auf mich zukommen. What comes after university? I'll take it as it comes.
Das wird schon! Keine Sorge, am Ende wird alles gut. Du hast morgen die Prüfung? Das wird schon! You've got your exam tomorrow? It'll be fine!

Grammatik

Struktur 1: Zukunft mit Präsens + Zeitangabe (A1–A2)

Regel: Für Pläne in der Zukunft benutzen Deutsche sehr oft das Präsens. Eine Zeitangabe (morgen, am Wochenende, nächste Woche, im Sommer) zeigt, dass es um die Zukunft geht. Steht die Zeitangabe am Satzanfang, kommt das Verb auf Position 2, danach das Subjekt.

Beispiele:

  • Morgen arbeite ich bis vier Uhr.
  • Am Samstag besuche ich meine Eltern.
  • Nächstes Jahr fahren wir nach Italien.

Typischer Fehler: Das Subjekt steht vor dem Verb, wie im Englischen.

  • ❌ Morgen ich gehe einkaufen.
  • ✅ Morgen gehe ich einkaufen.

Struktur 2: Futur I mit „werden“ + Infinitiv (A2–B1)

Regel: „werden“ wird konjugiert und steht auf Position 2. Das zweite Verb steht im Infinitiv am Satzende. Man benutzt das Futur für Versprechen, sichere Aussagen über die Zukunft und Vermutungen.

Beispiele:

  • Ich werde mein Bestes geben. (Versprechen)
  • Morgen wird es regnen. (Vermutung)
  • Keine Sorge, das wird schon klappen. (Mut machen)

Typischer Fehler: Der Infinitiv steht nicht am Ende, oder „werden“ wird falsch konjugiert.

  • ❌ Ich werde geben mein Bestes. / ❌ Du werdest das schaffen.
  • ✅ Ich werde mein Bestes geben. / ✅ Du wirst das schaffen.

(Konjugation: ich werde, du wirst, er/sie/es wird, wir werden, ihr werdet, sie/Sie werden)

Struktur 3: Wünsche und Pläne mit „würde gern“ und „vorhaben, … zu + Infinitiv“ (B1–B2)

Regel:

  • Wünsche: würde + gern + Infinitiv am Ende → Ich würde gern in Kanada leben.
  • Pläne mit Infinitivsatz: Nach Ausdrücken wie vorhaben, sich vornehmen, mit dem Gedanken spielen folgt ein Komma und zu + Infinitiv am Ende. Bei trennbaren Verben steht „zu“ in der Mitte: aufzustehen, umzuziehen.

Beispiele:

  • Ich würde gern ein Buch schreiben.
  • Ich habe vor, im Sommer einen Segelkurs zu machen.
  • Ich habe mir vorgenommen, früher aufzustehen.

Typische Fehler:

  • ❌ Ich würde gern leben in Kanada. → ✅ Ich würde gern in Kanada leben.
  • ❌ Ich habe vor, zu machen einen Kurs. → ✅ Ich habe vor, einen Kurs zu machen.
  • ❌ Ich habe mir vorgenommen, zu aufstehen früher. → ✅ Ich habe mir vorgenommen, früher aufzustehen.

Sprechen üben

Fünf Sätze zum Nachsprechen

(Nach jedem Satz kurz pausieren und laut wiederholen.)

  1. Was hast du am Wochenende vor?
  2. Am Samstag besuche ich meine Freunde.
  3. Ich habe vor, nächstes Jahr einen Deutschkurs zu machen.
  4. Ich spiele mit dem Gedanken, nach Berlin zu ziehen.
  5. Wenn alles klappt, finde ich bald einen neuen Job.

Fünf Fragen über dein Leben

  1. Was machst du morgen?
  2. Was hast du am Wochenende vor?
  3. Hast du einen Neujahrsvorsatz? Hat er geklappt?
  4. Was würdest du gern in deinem Leben noch machen?
  5. Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Drei Satzanfänge für Anfänger

  1. Morgen … (z. B. Morgen gehe ich ins Kino.)
  2. Ich möchte … (z. B. Ich möchte mehr Deutsch sprechen.)
  3. Ich würde gern … (z. B. Ich würde gern nach Wien fahren.)

Rollenspiel: Freitagnachmittag im Büro

Situation: Es ist Freitag, 16 Uhr. Zwei Kollegen, Person A und Person B, treffen sich in der Kaffeeküche.

A: Na, endlich Freitag! Was hast du am Wochenende vor? B: Am Samstag helfe ich meiner Schwester beim Umzug. Und am Sonntag … mal sehen. Vielleicht gehe ich ins Kino. Und du? A: Ich habe vor, endlich mal meinen Balkon schön zu machen. Mit Blumen und so. B: Oh, schön! Hast du sonst noch Pläne, vielleicht für den Urlaub? A: Ja, ich spiele mit dem Gedanken, im Herbst nach Portugal zu fliegen. Aber es kommt darauf an, ob ich frei bekomme. B: Das wird schon! Wenn alles klappt, musst du mir unbedingt Fotos schicken. A: Auf jeden Fall! Schönes Wochenende! B: Danke, dir auch!

Aufgabe: Spielt den Dialog zu zweit. Danach tauscht die Rollen und ändert die Pläne: Erzählt von euren eigenen Plänen für das Wochenende und den Urlaub.

Quiz

  1. Wer hat Tobi gefragt, was er werden will, wenn er groß ist?

    • A) seine Mutter
    • B) sein Neffe
    • C) seine Chefin
  2. Wie lange hat Tobis Vorsatz mit dem Joggen funktioniert?

    • A) vier Tage
    • B) vier Wochen
    • C) ein ganzes Jahr
  3. In welchem Land möchte Jana gern ein Jahr leben?

    • A) in Italien
    • B) in Österreich
    • C) in Kanada
  4. Was bedeutet „Ich spiele mit dem Gedanken, …“?

    • A) Ich habe mich schon entschieden.
    • B) Ich denke über eine Idee nach.
    • C) Ich mache ein Spiel.
  5. Welcher Satz ist grammatisch richtig?

    • A) Morgen ich gehe einkaufen.
    • B) Morgen gehe ich einkaufen.
    • C) Morgen einkaufen gehe ich.
Lösungen anzeigen

1 – B · 2 – A · 3 – C · 4 – B · 5 – B